Die zehnte Sphäre oder der Innere Ruinenkreis

Die zehnte Sphäre gleicht einem titanischen Friedhof. Es scheint, als wäre hier eine ganze Zivilisation zu Grabe getragen worden. Riesige alte Bauten in allen Phasen des Verfalls, Tempel, Statuen, Strassen und Plätze füllen diese Schale vollkommen aus. Alles ist dicht zusammengedrängt und auf eine fremdartige Weise ineinandergeschoben. An vielen Stellen wirkt die altertümliche Architektur wie von der Hand eines wütenden Kindes schief und im falschen Winkle in den Boden gerammt. Die Schalendecke hängt drohend tief im inneren Ruinenkreis und ruht auf zahlreichen Säulen, die verziert sind mit uralten Schriftzeichen und fremdartigen Fresken.

Die gefährlichste Gegend im inneren Ruinenkreis ist als Leichenland bekannt; eine Todeszone, gespickt mit den hinterlistigsten Fallen, die die perverse Intelligenz der Konstrukteure ersinnen konnte.

Herrscher im inneren Ruinenkreis ist Umorthal, der Leichenlord, Regent der nekromantischen Stadt Shadoor. Umorthal wurde einst von Urial, der Allmutter auf die Verlieswelt verbannt, weil sein Geheimwissen um Tod und Verwesung so groß wurde, dass es in den Augen der Erdmutter die universelle Vorherrschaft des Lebens bedrohte. Der sterbliche Zauberer wurde auf Urials Wunsch direkt in das tödliche Leichenland verbannt. Ein Schicksal, das mit dem sicheren Tod gleichzusetzen ist.

Umorthal überlebte nur wenige Augenblicke in der tödlichen Umgebung, dann beendete eine der teuflischen Mordfallen sein Leben. Doch sein Wissen und seine Macht waren zu dieser Zeit schon so groß, dass sein dunkler, verdorbener Wille überlebte und sich drei Tage nach dem natürlichen Tode seines Fleisches in dem verstümmelten Leib neues untotes Leben regte. Seine unheilige Macht vervielfachte sich an diesem Ort des Leidens und er ergriff Besitz von den abertausenden von toten Körpern , die in den zahllosen Fallen bereits ihr Leben gelassen hatten.

Umorthal erschuf das Heer der leblosen Augen; eine gewaltige Armee, der die tödlichen Fallen nun nichts mehr anhaben konnte. Durch die schattigen Pfade des inneren Ruinenkreises führte er sie gegen die Festung Satua Arshin, in der das einsame und verbannte Volk der Neogi lebte. Seine Armee schliff die Burg bis auf die Grundsteine und errichtete dann auf ihren Trümmern Shadoor, die Stadt der wandelnden Toten.

Direkt aus dem höchsten Turm von Shadoor führt die unmögliche Treppe hinauf zum zehnten Portal durch die Schalendecke hindurch in die Chaoszone.

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